Auf dem Hof der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) Bonn/Rhein-Sieg können sich interessierte Gruppen über den biologischen und nachhaltigen Anbau von Gemüse, den besonderen Ansatz der SoLaWi, globale Ernährungszusammenhänge und weiterführende Themen informieren, weiterbilden und austauschen. Sie haben die Möglichkeit, Einblick in eine nachhaltige landwirtschaftliche Praxis zu erhalten sowie auf dem Feld mit anzupacken und gemeinsam zu gärtnern.
In dem auf zwei Jahre ausgelegten Projekt wird die bisherige Bildungsarbeit der SoLaWi Bonn ausgebaut, systematisiert und vermehrt interkulturell ausgerichtet. Darüber hinaus werden besondere und zielgruppengerechte Bildungsformate, insbesondere für interkulturelle Gruppen, wie Führungen oder Workshops entwickelt. Erfahrungen und Materialien aus dem Projekt werden an Multiplikator*innen weitergegeben und andere solidarische Landwirtschaften darin unterstützt, sich Wege zu einer interkulturellen Öffnung zu erschließen.
Die Veranstaltungen auf dem Hof richten sich insbesondere an Menschen mit Migrationsgeschichte, sind aber selbstverständlich für alle, die kommen möchten, offen.
In diesem Projekt geht es auch darum
- niederschwellige Angebote zu machen, bei denen Sprach- und sonstige Vorkenntnisse eine untergeordnete Rolle spielen
- an brachliegende Erfahrungen und landwirtschaftliches Wissen sowie Erinnerungen aus verschiedenen Kulturkreisen anzuknüpfen
- Möglichkeiten zu eröffnen, in Kontakt mit Nahrungsmittel-Produktion und Natur zu kommen
- aus interkulturellen Erfahrungen Neues entstehen zu lassen und voneinander zu lernen

Auf dem Weg zur Zuckererbsen-Ernte (Foto: Naziha Hasan)
Was ist eine „SoLaWi“?
Sei es der Verlust von Biodiversität, die Ausbeutung von Natur und Mensch, der Klimawandel oder die übermäßige Produktion von Treibhausgasen: Die Landwirtschaft weltweit steht vor großen Herausforderungen. Solidarische Landwirtschaften (SoLaWi) bieten lokale Lösungen für globale Probleme an.

Die SoLaWi Bonn/Rhein-Sieg ist eine von deutschlandweit derzeit über 450 SoLaWis. Auf ihrer Hofstelle in Bornheim-Roisdorf wird Gemüse für mehr als 200 Haushalte aus Bonn und Umgebung erzeugt.
Die Idee der SoLaWi baut darauf, unter Ausschaltung des Zwischenhandels Erzeuger und Verbraucherinnen in direkten und verbindlichen Kontakt miteinander zu bringen. Dies funktioniert, indem sich eine Gruppe von Haushalten für ein Jahr im Voraus verpflichtet, die Kosten für die Produktion von ihrem Gemüse auf einem nahegelegenen Hof zu übernehmen. Der Landwirt oder die Landwirtin kann – von Marktzwängen entlastet – wirtschaften und hat somit Sicherheit und Raum für eine nachhaltige landwirtschaftliche Praxis, die Mitglieds-Haushalte wiederum erhalten saisonal, biologisch sowie regional angebautes Gemüse.
Bei einer SoLaWi geht es nicht nur um den Anbau von Gemüse, sondern auch um Antworten auf Fragen nach dem Umgang mit natürlichen Ressourcen, die Beziehung von Mensch und Natur bis hin zu Themen der globalen Gerechtigkeit. Außerdem gehört die Einbindung von „Fachfremden“ nicht nur zum Konzept der SoLaWi, sondern auch zum Alltag auf dem Hof. Das macht sie zu einem idealen Ort für Bildungsveranstaltungen.
Projektteam:
Mika Wagner (Projektleitung)
Marion Krämer (Bildungsreferentin, derzeit in Mutterschutz)
Naziha Hasan (Bildungsreferentin)
Katharina Gübel (Bildungsreferentin)
Kontakt:
0228 – 929 77 602
Zitate aus unseren Besuchsgruppen
„Hier riecht es so vertraut – wie früher bei meinen Großeltern auf dem Land“ (Besucherin aus Syrien)
„Ich könnte einfach den ganzen Tag hier auf der Bank sitzen und Gurke essen.“ (Schüler in der Pause nach einem Ernteeinsatz auf dem Feld)
„Jeder sollte einmal selbst ernten, was er auf dem Teller verzehrt“ (Teilnehmerin eines Volunteers-Day)
„Das schmeckt wie in meiner Heimat“ (Junge aus Afghanistan beim Probieren einer SoLaWi-Möhre)
„Das macht Spaß hier. Ich arbeite gerne. Ich bin froh, wenn ich etwas zu tun habe“ (Besucher aus Angola beim gemeinsamen Unkraut-Jäten)
Projektträger:
Kooperationspartnerin:


































