2021-11-25T00:00:00+01:00
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Wo sind die Toten? – Bericht von einer Pilgerfahrt nach Sizilien und Kalabrien auf der Suche nach den Grabstätten der vielen Tausend im Mittelmeer ertrunkenen Geflüchteten

Drei Frauen machten sich im Januar 2020 auf, um an den Gräbern der vielen Tausend beim Versuch das Mittelmeer zu überqueren ertrunkenen Migrant*innen ihrer zu gedenken, Blumen niederzulegen, Zeugnis abzulegen. Unter der Leitung der erfahrenen ZEN-Peacemakerin Monika Winkelmann reisten sie, sprachen mit Einheimischen und suchten immer verzweifelter nach den Gräbern, denn diese zu finden, wurde zu einer echten Herausforderung.

An dem Abend berichten Monika Winkelmann und Laura Held von ihrer Reise, zeigen Fotos und stehen für Fragen zur Verfügung. Sie werden etwas erfahren über das Armenhaus Europas, Kalabrien, über das Projekt, einen internationalen Migrantenfriedhof in Tarsia, mitten in Kalabrien zu errichten, von einem sehr ungewöhnlichen Konzentrationslager in Ferramonti, dessen Gedenkstätte die Pilgerinnen ebenfalls besuchten und warum es so schwer ist, die Gräber der ertrunkenen Migrant*innen zu finden. Einer der Friedhöfe in Armo bei Reggio di Calabria, wird vorgestellt. Wir möchten zusammen mit euch und Ihnen einen Abend lang über ein oft vergessenes und verdrängtes Thema sprechen: Wo sind die Toten?

Wo sind die bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunkenen Toten?

Wo sind die weit über 31.000 seit 1980 bei ihrer Flucht gekenterten, über Bord gestürzten, gestoßenen und dann im Meer ertrunkenen Toten? 31.000 lautet die offizielle Zahl der IOM, der internationalen Organisation für Migration. Zwischen 2014 und 2019 waren es 17.900 Tote. Sie schätzen, dass circa 70 Prozent der Leichen nie gefunden werden.  Und nicht nur die IOM geht davon aus, dass die Dunkelziffer der Ertrunkenen weit höher liegt. Viele Tote, immer dann, wenn die Schiffe in der Nähe der Abfahrthäfen kentern (oder die Menschen dort über Bord gestoßen werden) landen in der Türkei, Libyen und Ägypten, werden dort – vielleicht – bestattet. Etliche Tote wurden aber nach Griechenland und vor allem nach Italien gebracht, als es noch eine offizielle Seenotrettung gab und später von Privatschiffen, mehrere Tausend in den letzten 20 Jahren.

In Italien ist das offizielle Procedere so: Die Toten werden zuerst in ein Krankenhaus in der Nähe des Hafens gebracht, dort werden sie untersucht, ihr Tod amtlich festgestellt und dann werden sie auf die Friedhöfe der Städte verteilt. Da die Religion der Toten sich oft nicht mehr feststellen lässt, wurden in Lampedusa, Catania und Armo, vielleicht auch anderswo, multireligiöse Ecken in den Friedhöfen eingerichtet.Viele der Toten aber werden irgendwo begraben, und niemand weiß genau, wo sie liegen.

Aufgrund von Corona-Schutzmaßnahmen zur Einhaltung von Abstandsregeln ist die Anzahl von Teilnahmeplätzen auf 25 Personen begrenzt. Wenn Sie sich einen Platz sichern möchten, können Sie sich im Vorfeld beim Monika Winkelmann anmelden. Wenn Sie spontan entscheiden ins MIGRApolis zu kommen, bitten wir um Verständnis, falls eine Teilnahme bei Erreichung der maximalen Anzahl der Teilnehmer*innen nicht möglich sein sollte.

Die Veranstaltung findet unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen des aktuell gültigen Hygienekonzeptes des Hauses MIGRApolis statt. Bitte beachten Sie darüber hinaus die in NRW gültigen Abstandsregeln und tragen Sie soweit möglich und nötig einen Mund-Nasen-Schutz.

Veranstalter: Monika Winkelmann

Kontakt: m.winkelmann-schreiben@web.de

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