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Menschen, die in unterschiedlichen kulturellen Räumen sozialisiert sind, haben unterschiedliche Vorstellungen über Krankheit sowie Gesundheit, und sie bringen ihre kulturellen, ethnischen und religiösen Normen- und Wertvorstellungen mit. So können sich Wahrnehmung, der Umgang und die Kommunikation gesundheitlicher, insbesondere psychischer Probleme abhängig vom jeweiligen sozialen und kulturellen Hintergrund stark unterscheiden. Dies kann sowohl eine zielführende Kommunikation als auch den Zugang zu passenden Hilfs- und Beratungsangeboten erschweren.

Nicht selten stoßen auch professionelle Berater*innen an ihre Grenzen und wissen nicht mehr weiter. Es kann das Gefühl entstehen, dass verschiedene Welten aufeinandertreffen und die Normen sowie Wertesysteme so unterschiedlich sind, dass eine Zusammenarbeit schwierig bis unmöglich erscheint. Daher ist in der Beratung und Unterstützung von Menschen aus anderen Kulturen auch ein kultursensibler Umgang von großer Bedeutung.

Ziel der Veranstaltung ist es, das Verhaltensrepertoire für interkulturelle Begegnungen zu erweitern, Erfahrungen zu reflektieren, Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen sowie neue Kommunikations- und Handlungsstrategien für den Umgang mit psychisch erkrankten oder belasteten Menschen zu entwickeln.

Damit wird auf eine Interkulturelle Kompetenz abgezielt, die erforderlich ist, um sprachliche, kulturelle, religiöse und ethnische Besonderheiten der Klientinnen und Klienten wahrzunehmen, Bedeutungszusammenhänge herzustellen und diese zu reflektieren. Nöte und Probleme sollen damit früher erkannt und ihnen besser unter Einbezug professioneller Anlaufs- und Beratungsstellen begegnet werden können.

Auf Wunsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden auch die von ihnen mitgebrachten (Fall-)beispiele behandelt.

 

Ausgewählte Themen:

  • Krankheits- und Gesundheitsverständnis im Kulturvergleich
  • Interkulturelle Kompetenz in der Arbeit mit Migranten
  • Kulturstandards und Interkulturelle Kommunikation
  • Familienstrukturen, kulturelle Werte, Bezugsysteme und Erziehungsvorstellungen in Familien mit Migrationshintergrund am Beispiel des türkisch / islamischen Kulturraums
  • Religiöse Vorstellungen und Krankheitsverständnis am Beispiel des Islam
  • Die Bedeutung der sprachlichen Verständigung und des Beratungssettings mit Übersetzung
  • Ausgewählte Organchiffren und körperbezogene Signale und Metaphern im türkischen Sprachgebrauch

 

Referent:

Dr. phil. Dipl.-Psych. Ali Kemal Gün

ist Psychologischer Psychotherapeut, Psychodramatherapeut, systemischer Familientherapeut, Lehrbeauftragter, Fachautor, Integrationsbeauftragter und Mitglied des Integrationsgipfels im Bundeskanzleramt. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind interkulturelle Missverständnisse, Interreligiöse und Interkulturelle Kompetenz, Interkulturelle Öffnung, Interkulturelle Kommunikation und Sensibilisierung.

 

 

 

Rückfragen und Anmeldung bitte bei Frau Mika Wagner unter wagner@bimev.de.

Kurz vor der Veranstaltung werden wir Sie über die aktuellen Corona-Regeln informieren.

Weitere Fortbildungen dieser Reihe: